Montag, 6. September 2010

Sa Pa !

[Während ich dies schrieb, hörte ich jenes. ]

Ich sitze gerade bei einem Seelenessen (ursprünglich Nudeln mit Käse-Sahne Soße, hier notgedrungen Reis mit Streichkäse und Brühwürfel) in der Wohnung und finde ein bisschen Zeit, um zu berichten.
Über den vietnamesischen Nationalfeiertag und das darauf folgende Wochenende war ich in Sa Pa.
Das ist ein ziemlich touristischer Ort im Norden Vietnams, umgeben von Bergen und relativ kühl (immer noch 25°C ). Es war wirklich sehr schön, da wir halt nicht nur am Wochenende da waren, sondern auch noch Donnerstag und Freitag hatten, so waren noch nicht so viele Touristen im Ort und wir mussten uns nicht dicht gedrängt über den Markt schieben. Dem angepasst haben wir unseren Miniurlaub auch geplant, Donnerstag Stadt, Freitag wandern in die kleinen Dörfer drum herum und Samstag eine Mopedtour.
Da Sa Pa im Gebirge liegt, sind wir fast nur Serpentinen gefahren, und es war teilweise so hoch und nebelig, dass ich das Gefühl hatte über den Wolken zu fahren, nichts mehr da, außer einem selbst und der Straße. absolut großartiges Gefühl.
Bis auf mehrere Stürze vom Moped haben auch alle diese vier Tage gut überstanden.
Und es tat mir wirklich gut eine andere Seite von Vietnam zu sehen.
Zu erfahren, dass es nicht überall dreckig, stickig und laut seien muss.
Das die Hektik auch in so einem dynamischen Land mal abnimmt, das man auch einfach mal durchatmen, zurück blicken und reflektieren kann.
Und deshalb bin ich mit der Erkenntnis zurück nach Hanoi gekommen, dass vieles anders, aber auch sehr viel gleich ist, zwischen der mir gewöhnten Gesellschaft in  Deutschland und dem, was ich hier mitbekomme.
Ein kleiner Auszug.

- Ich muss meine Ansprüche auf meine Gesundheit zurück schrauben. Das hier aufrecht zu erhalten ist einfach unmöglich
- Auch kleinste Holzhütten mitten in den Bergen, die man nur per Trampelpfad  ca. 2 Stunden) erreichen kann, haben einen Fernseher
- Alte, zerfallene Brücken über Flüsse sind unfassbar großartig
- Man spürt den Sozialismus überall und nirgends
- Ohne Musik 11 Stunden Zug fahren macht nur mit Menschen Spaß (habe meinen Player verloren)
- Matsch ist gut (nur blaue Flecke anstatt Blut)
- 4 Granatäpfel für 15.000 VD  (ca. 60 Cent) sind nicht zu teuer
- Ein (relativ gutes) Hotel für 3 Euro die Nacht (mit Frühstück (Pfannekuchen mit Apfel und Honig + Ca Phê)) zu finden ist kein Kunststück
- Es geht immer extremer und auch immer weniger

Man kann wohl zusammenfassen: Ich lebe mich ein.

Und das ist sowohl spannend als auch normal.

2 Kommentare:

  1. Hach du!
    dank Anne hab ich dich gefunden und lese mit Vergnügen.
    Ganz liebe Grüße aus der Heimat Heike.

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