Mittwoch, 17. November 2010

In Deutschland glaubt mir doch keiner, dass...


...ich in Cuc Phuong durch Schmetterlingsschwärme gefahren bin.

...ich Wassermelone mittlerweile nur noch auslöffel, anstatt sie zu schneiden.

...ich einen würdigen Popcornersatz gefunden habe (Maiskörner, gebraten und mit Chili und irgendwas Süßem).

...vor mir im Stau währen der Rush-Our ein Mann einen Gittersack mit lebenden Skorpionen auf dem Rücken hatte.


... meine Klasse mit mir heute einen Ausflug zu einem Ausstellungsplatz der militärische Luftwaffe gemacht hat. Mit autistischen Kindern zwischen 3 und 5.

...ich Tra da (grünen Tee mit Eis) und Kaugummis geschenkt bekommen habe, weil aus Deutschland komme.

...vor dem Haus vorletzte Nacht eine richtig miese Schlägerei war, die auch gut ein Gangüberfall hätte sein können.

...ich in Ha Tinh bis zur Hüfte durch einen Fluss (ehemals Straße) gewatet bin und dabei Ratten und Müll an der Oberfläche von mir weggeschoben habe.

...ich mein Zimmer aufgeäumt habe.

...mir unbekannte Weiße auch von mir mittlerweile mit 'Tay oi!' angesprochen werden.

...sich langsam eine Weihnachtsstimmungs-Rührseeligkeit bei mir einstellt.

...ich für ca. 2 Euro in Swimmingpool, Sauna und Whirlpool gehen kann.

...dieses (ab 2:10) und dieses (ab 1:00) hier Tag und Nacht gespielt werden.

...ich keinen Schlangenschnaps probieren durfte, weil ich dann an Mann geworden wäre.

...Hanoi eine richtig schöne Stadt ist.


Aber mir glaubt sicher jeder, dass alle dies (auf angenehme oder unangenehme Weise) unheimlich bereichernt ist.

Donnerstag, 23. September 2010

Alles neu

Nachdem ich  die ersten eineinhalb Monate hier nun kein Moped hatte, hatte ich heute auf einmal zwei.
Denn eigentlich habe ich mir gestern eins gemietet, für einen Monat und 900.000 VD (ca. 35 Euro).
Aber da ich die Königin des Timings bin ergab sich heute die Möglichkeit eine Maschine für 4 Millionen zu kaufen (ca. 150 Euro). Habe also das gemietete Moped zurückgegeben (und netterweise die Hälfte zurückbekommen) und jetzt ein EIGENES Motorrad.
Eine Suzuki Best ist es, die übrigens für 50.000 VD vollgetankt wird (das sind knapp zwei Euro ;)).
Und es ist tatsächlich so wie ich erwartet habe, man fängt an sich hier zu Hause zu fühlen wenn man an diesem Kamikaze Straßenverkehr teilnimmt. Denn das ist er hier wirklich, sehr anstrengend und gewöhnungsbedürftig, aber meine erste Rush-Hour habe ich schon überlebt.
Zu meinem aktuellen Gemütshoch trägt allerdings nicht nur meine neu gewonnene Mobilität bei, sondern auch die Tatsache, das wir in unserem Projekt jetzt zweimal die Woche die Bademeisterinnen machen dürfen. Für wirkliches Schwimmen ist das Becken zwar zu klein, aber zwei, drei Züge kann man schon drin machen, und das ist bei der Hitze sehr erfrischend.
Womit ich bei dem dritten Grund für meine gute Laune wäre, heute war es mal etwas kühler.
Denn jedesmal, wenn es etwas heftiger regnet, kühlt es für die nächsten paar Stunden bestimmt um 10 Grad ( gefühlt) ab.
Gerade habe ich drei  Reis-Knäckebrot-Fladen gegessen und eine vier Kilo Melone wartet noch im Kühlschrank auf mich.
 [Es gibt übrigens zwei verschiedene Arten von Pomelos. Die, die es auch in Deutschland gibt (ist teurer und hier ein bisschen kleiner) und die etwas größere mit teilweise rotem Fruchtfleisch, die manchmal etwas bitter schmeckt. Die Gurken sind kleiner, ungefähr halb so groß. So ist es hier auch mit Ananas und Bananen, die für den europäischen Markt einfach total überzüchtet wurden.]
Brokkoli und Blumenkohl gibt es hier auch, und ich hätte nie gedacht, dass ich von diesen beiden Gemüsesorten so begeistert seien könnte. Schmecken hier viel süßer und echter.
Das ist hier bei vielen Obst und Gemüse so, dafür hat alles Andere immer einen leichten Plastikbeigeschmack, an den man sich aber schnell gewöhnt hat.

Mir fällt kein schöner Schlusssatz ein.
Yuhu!

Sonntag, 12. September 2010

Und plötzlich wacht man auf und ist in Vietnam.




Großartigst!

Montag, 6. September 2010

Sa Pa !

[Während ich dies schrieb, hörte ich jenes. ]

Ich sitze gerade bei einem Seelenessen (ursprünglich Nudeln mit Käse-Sahne Soße, hier notgedrungen Reis mit Streichkäse und Brühwürfel) in der Wohnung und finde ein bisschen Zeit, um zu berichten.
Über den vietnamesischen Nationalfeiertag und das darauf folgende Wochenende war ich in Sa Pa.
Das ist ein ziemlich touristischer Ort im Norden Vietnams, umgeben von Bergen und relativ kühl (immer noch 25°C ). Es war wirklich sehr schön, da wir halt nicht nur am Wochenende da waren, sondern auch noch Donnerstag und Freitag hatten, so waren noch nicht so viele Touristen im Ort und wir mussten uns nicht dicht gedrängt über den Markt schieben. Dem angepasst haben wir unseren Miniurlaub auch geplant, Donnerstag Stadt, Freitag wandern in die kleinen Dörfer drum herum und Samstag eine Mopedtour.
Da Sa Pa im Gebirge liegt, sind wir fast nur Serpentinen gefahren, und es war teilweise so hoch und nebelig, dass ich das Gefühl hatte über den Wolken zu fahren, nichts mehr da, außer einem selbst und der Straße. absolut großartiges Gefühl.
Bis auf mehrere Stürze vom Moped haben auch alle diese vier Tage gut überstanden.
Und es tat mir wirklich gut eine andere Seite von Vietnam zu sehen.
Zu erfahren, dass es nicht überall dreckig, stickig und laut seien muss.
Das die Hektik auch in so einem dynamischen Land mal abnimmt, das man auch einfach mal durchatmen, zurück blicken und reflektieren kann.
Und deshalb bin ich mit der Erkenntnis zurück nach Hanoi gekommen, dass vieles anders, aber auch sehr viel gleich ist, zwischen der mir gewöhnten Gesellschaft in  Deutschland und dem, was ich hier mitbekomme.
Ein kleiner Auszug.

- Ich muss meine Ansprüche auf meine Gesundheit zurück schrauben. Das hier aufrecht zu erhalten ist einfach unmöglich
- Auch kleinste Holzhütten mitten in den Bergen, die man nur per Trampelpfad  ca. 2 Stunden) erreichen kann, haben einen Fernseher
- Alte, zerfallene Brücken über Flüsse sind unfassbar großartig
- Man spürt den Sozialismus überall und nirgends
- Ohne Musik 11 Stunden Zug fahren macht nur mit Menschen Spaß (habe meinen Player verloren)
- Matsch ist gut (nur blaue Flecke anstatt Blut)
- 4 Granatäpfel für 15.000 VD  (ca. 60 Cent) sind nicht zu teuer
- Ein (relativ gutes) Hotel für 3 Euro die Nacht (mit Frühstück (Pfannekuchen mit Apfel und Honig + Ca Phê)) zu finden ist kein Kunststück
- Es geht immer extremer und auch immer weniger

Man kann wohl zusammenfassen: Ich lebe mich ein.

Und das ist sowohl spannend als auch normal.

Samstag, 28. August 2010

Bald ein zwölftel

Ich bin in eine WG gezogen, weiß so langsam welche Buslinien ich wohin nehmen muss, habe mir meine erste 'landestypische' Verletzung zugezogen, habe in der Ha Long Bucht ein bisschen Tourist gespielt und bin nachts mit riesigen Leinwänden durch Hanoi gelaufen.
Ich habe viel zu viel fürs Taxi bezahlt, gerupfte ganze Gänse und gekochte Hunde gesehen, meine Suppe auf vietnamesisch bestellt, den ersten Monsun durchkämpft, die erste Welle von Heimweh überwunden, mich zu Hause und gleichzeitig sehr fremd gefühlt, eine Abkürzung durch einen schönen kleinen Park gefunden, mein erstes paar Flip-Flops durchgelaufen, mich auf einmal verzweifelt am anderen Ende der Stadt wiedergefunden, Hilfe angenommen und bald das erste Buch durchgelesen, dass ich mir mitgenommen habe.
Ich habe meine erste Abhängigkeit (vietnamesischer kalter Kaffee) entwickelt und das leckerste und teuerste Eis (Schoko- Pfefferminze ;) ) Vietnams entdeckt.
Ich kann die Dimension eines Jahres noch gar nicht fassen, es kommt mir abwechselnd sehr lang und sehr kurz vor. Denn jetzt bin ich fast einen Monat hier, und das ist irgendwie sehr sehr schnell vorbei gegangen.

Und ich habe die ersten Geburtstage verpasst, Laurinchen (22.8) und mein Nörchen (heute), ein ♥ für euch.


Xin chào các bạn!

Donnerstag, 5. August 2010

!

Es geht mir gut!

Ich bin unfassbar müde, tief beeindruckt und einfach nur froh, dass ich hier bin.
Es ist sehr anstrengend, aber auch wunderschön.
Die Gegensätze zwischen arm und reich, bunt und trist, schnell und langsam wirken auf mich einfach sehr stark.

Alles geht auf einmal sehr schnell, nach zwei Wochen verabschieden bin ich innerhalb eines Tages angekommen.

Liebe Grüße!

Dienstag, 3. August 2010

Ein bisschen sentimental

Ich sitzte gerade in der Frankfurter Jugendherberge und blicke auf die 'Skyline'.
Das ist schon ein seltsames Gefühl, zu wissen dass das jetzt meine letzte Nacht in Deutschland ist.
Und mir ist heute klar geworden, dass ich ja fast mein gesamtes 20. Lebensjahr in Vietnam verbringen werde, also 21 Jahre alt bin wenn ich wiederkomme. Da kommt einem die Zeitspanne 'ein Jahr' aufeinmal riesengroß vor.

Wegen dem Flug morgen bin ich ziemlich aufgeregt, ob das alles so easy klappt wie man sich das vorstellt.

Aber, verdammt nochmal YEAH YEAH YEAH!

Endlich gehts los!