Nachdem ich die ersten eineinhalb Monate hier nun kein Moped hatte, hatte ich heute auf einmal zwei.
Denn eigentlich habe ich mir gestern eins gemietet, für einen Monat und 900.000 VD (ca. 35 Euro).
Aber da ich die Königin des Timings bin ergab sich heute die Möglichkeit eine Maschine für 4 Millionen zu kaufen (ca. 150 Euro). Habe also das gemietete Moped zurückgegeben (und netterweise die Hälfte zurückbekommen) und jetzt ein EIGENES Motorrad.
Eine Suzuki Best ist es, die übrigens für 50.000 VD vollgetankt wird (das sind knapp zwei Euro ;)).
Und es ist tatsächlich so wie ich erwartet habe, man fängt an sich hier zu Hause zu fühlen wenn man an diesem Kamikaze Straßenverkehr teilnimmt. Denn das ist er hier wirklich, sehr anstrengend und gewöhnungsbedürftig, aber meine erste Rush-Hour habe ich schon überlebt.
Zu meinem aktuellen Gemütshoch trägt allerdings nicht nur meine neu gewonnene Mobilität bei, sondern auch die Tatsache, das wir in unserem Projekt jetzt zweimal die Woche die Bademeisterinnen machen dürfen. Für wirkliches Schwimmen ist das Becken zwar zu klein, aber zwei, drei Züge kann man schon drin machen, und das ist bei der Hitze sehr erfrischend.
Womit ich bei dem dritten Grund für meine gute Laune wäre, heute war es mal etwas kühler.
Denn jedesmal, wenn es etwas heftiger regnet, kühlt es für die nächsten paar Stunden bestimmt um 10 Grad ( gefühlt) ab.
Gerade habe ich drei Reis-Knäckebrot-Fladen gegessen und eine vier Kilo Melone wartet noch im Kühlschrank auf mich.
[Es gibt übrigens zwei verschiedene Arten von Pomelos. Die, die es auch in Deutschland gibt (ist teurer und hier ein bisschen kleiner) und die etwas größere mit teilweise rotem Fruchtfleisch, die manchmal etwas bitter schmeckt. Die Gurken sind kleiner, ungefähr halb so groß. So ist es hier auch mit Ananas und Bananen, die für den europäischen Markt einfach total überzüchtet wurden.]
Brokkoli und Blumenkohl gibt es hier auch, und ich hätte nie gedacht, dass ich von diesen beiden Gemüsesorten so begeistert seien könnte. Schmecken hier viel süßer und echter.
Das ist hier bei vielen Obst und Gemüse so, dafür hat alles Andere immer einen leichten Plastikbeigeschmack, an den man sich aber schnell gewöhnt hat.
Mir fällt kein schöner Schlusssatz ein.
Yuhu!
Donnerstag, 23. September 2010
Montag, 6. September 2010
Sa Pa !
[Während ich dies schrieb, hörte ich jenes. ]
Ich sitze gerade bei einem Seelenessen (ursprünglich Nudeln mit Käse-Sahne Soße, hier notgedrungen Reis mit Streichkäse und Brühwürfel) in der Wohnung und finde ein bisschen Zeit, um zu berichten.
Über den vietnamesischen Nationalfeiertag und das darauf folgende Wochenende war ich in Sa Pa.
Das ist ein ziemlich touristischer Ort im Norden Vietnams, umgeben von Bergen und relativ kühl (immer noch 25°C ). Es war wirklich sehr schön, da wir halt nicht nur am Wochenende da waren, sondern auch noch Donnerstag und Freitag hatten, so waren noch nicht so viele Touristen im Ort und wir mussten uns nicht dicht gedrängt über den Markt schieben. Dem angepasst haben wir unseren Miniurlaub auch geplant, Donnerstag Stadt, Freitag wandern in die kleinen Dörfer drum herum und Samstag eine Mopedtour.
Da Sa Pa im Gebirge liegt, sind wir fast nur Serpentinen gefahren, und es war teilweise so hoch und nebelig, dass ich das Gefühl hatte über den Wolken zu fahren, nichts mehr da, außer einem selbst und der Straße. absolut großartiges Gefühl.
Bis auf mehrere Stürze vom Moped haben auch alle diese vier Tage gut überstanden.
Und es tat mir wirklich gut eine andere Seite von Vietnam zu sehen.
Zu erfahren, dass es nicht überall dreckig, stickig und laut seien muss.
Das die Hektik auch in so einem dynamischen Land mal abnimmt, das man auch einfach mal durchatmen, zurück blicken und reflektieren kann.
Und deshalb bin ich mit der Erkenntnis zurück nach Hanoi gekommen, dass vieles anders, aber auch sehr viel gleich ist, zwischen der mir gewöhnten Gesellschaft in Deutschland und dem, was ich hier mitbekomme.
Ein kleiner Auszug.
- Ich muss meine Ansprüche auf meine Gesundheit zurück schrauben. Das hier aufrecht zu erhalten ist einfach unmöglich
- Auch kleinste Holzhütten mitten in den Bergen, die man nur per Trampelpfad ca. 2 Stunden) erreichen kann, haben einen Fernseher
- Alte, zerfallene Brücken über Flüsse sind unfassbar großartig
- Man spürt den Sozialismus überall und nirgends
- Ohne Musik 11 Stunden Zug fahren macht nur mit Menschen Spaß (habe meinen Player verloren)
- Matsch ist gut (nur blaue Flecke anstatt Blut)
- 4 Granatäpfel für 15.000 VD (ca. 60 Cent) sind nicht zu teuer
- Ein (relativ gutes) Hotel für 3 Euro die Nacht (mit Frühstück (Pfannekuchen mit Apfel und Honig + Ca Phê)) zu finden ist kein Kunststück
- Es geht immer extremer und auch immer weniger
Man kann wohl zusammenfassen: Ich lebe mich ein.
Und das ist sowohl spannend als auch normal.
Ich sitze gerade bei einem Seelenessen (ursprünglich Nudeln mit Käse-Sahne Soße, hier notgedrungen Reis mit Streichkäse und Brühwürfel) in der Wohnung und finde ein bisschen Zeit, um zu berichten.
Über den vietnamesischen Nationalfeiertag und das darauf folgende Wochenende war ich in Sa Pa.
Das ist ein ziemlich touristischer Ort im Norden Vietnams, umgeben von Bergen und relativ kühl (immer noch 25°C ). Es war wirklich sehr schön, da wir halt nicht nur am Wochenende da waren, sondern auch noch Donnerstag und Freitag hatten, so waren noch nicht so viele Touristen im Ort und wir mussten uns nicht dicht gedrängt über den Markt schieben. Dem angepasst haben wir unseren Miniurlaub auch geplant, Donnerstag Stadt, Freitag wandern in die kleinen Dörfer drum herum und Samstag eine Mopedtour.
Da Sa Pa im Gebirge liegt, sind wir fast nur Serpentinen gefahren, und es war teilweise so hoch und nebelig, dass ich das Gefühl hatte über den Wolken zu fahren, nichts mehr da, außer einem selbst und der Straße. absolut großartiges Gefühl.
Bis auf mehrere Stürze vom Moped haben auch alle diese vier Tage gut überstanden.
Und es tat mir wirklich gut eine andere Seite von Vietnam zu sehen.
Zu erfahren, dass es nicht überall dreckig, stickig und laut seien muss.
Das die Hektik auch in so einem dynamischen Land mal abnimmt, das man auch einfach mal durchatmen, zurück blicken und reflektieren kann.
Und deshalb bin ich mit der Erkenntnis zurück nach Hanoi gekommen, dass vieles anders, aber auch sehr viel gleich ist, zwischen der mir gewöhnten Gesellschaft in Deutschland und dem, was ich hier mitbekomme.
Ein kleiner Auszug.
- Ich muss meine Ansprüche auf meine Gesundheit zurück schrauben. Das hier aufrecht zu erhalten ist einfach unmöglich
- Auch kleinste Holzhütten mitten in den Bergen, die man nur per Trampelpfad ca. 2 Stunden) erreichen kann, haben einen Fernseher
- Alte, zerfallene Brücken über Flüsse sind unfassbar großartig
- Man spürt den Sozialismus überall und nirgends
- Ohne Musik 11 Stunden Zug fahren macht nur mit Menschen Spaß (habe meinen Player verloren)
- Matsch ist gut (nur blaue Flecke anstatt Blut)
- 4 Granatäpfel für 15.000 VD (ca. 60 Cent) sind nicht zu teuer
- Ein (relativ gutes) Hotel für 3 Euro die Nacht (mit Frühstück (Pfannekuchen mit Apfel und Honig + Ca Phê)) zu finden ist kein Kunststück
- Es geht immer extremer und auch immer weniger
Man kann wohl zusammenfassen: Ich lebe mich ein.
Und das ist sowohl spannend als auch normal.
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